13 Listen, 624 Kandidaten und 48 Stimmen. Die Kommunalwahl in Heidelberg scheint auf den ersten Blick ziemlich kompliziert. Locker bleiben, es ist alles halb so wild. Hier eine kurze Erklärung, damit die Wahl nicht zur Qual wird.

Am Sonntag, 25. Mai, ist Kommunalwahl in Heidelberg. Daher solltet Ihr kürzlich Post von der Stadt Heidelberg bekommen haben, wenn Ihr mindestens 16 Jahre alt seid (ab diesem Jahr dürfen nämlich das erste Mal auch 16- und 17-Jährige wählen). „Wichtige Wahlunterlagen“ steht auf dem Briefumschlag. Darin: Eure Stimmzettel für die Kommunalwahl 2014!

Hier ein fiktiver Stimmzettel. So wählt Ihr richtig - und nicht mehr als 48 Stimmen!

Hier ein fiktiver Stimmzettel. So wählt Ihr richtig – aber nicht mehr als 48 Stimmen!

Am 25. Mai werden 48 neue Stadträte für den Heidelberger Gemeinderat gewählt, die künftig die Politik für Eure Stadt machen. Jeder Wähler hat daher auch 48 Stimmen.

In Heidelberg kandidieren dieses Jahr 13 Parteien beziehungsweise Wählervereinigungen für den Gemeinderat. Jede Partei tritt mit 48 Kandidaten an. Jede Partei hat einen eigenen Stimmzettel – die sogenannte Liste. Darauf stehen alle 48 Personen, die für diese Partei antreten und gerne von Euch in den Heidelberger Gemeinderat gewählt werden möchten.

In dem Briefumschlag von der Stadt befindet sich ein Merkblatt und eben diese 13 kandidierenden Listen – darauf alle Kandidaten. Ihr könnt Eure 48 Stimmen so wie Ihr möchtet auf die 13 Listen und die insgesamt 624 Kandidaten aufteilen. Das scheint auf den ersten Blick ziemlich kompliziert. Aber keine Angst vor der Kommunalwahl, es ist alles halb so wild. Hier eine kurze Erklärung, damit die Wahl nicht zur Qual wird.

So einfach geht’s:

1) Ihr findet eine Partei super. Das Programm und Ihre Kandidaten gefallen Euch. Ihr wollt daher alle Eure 48 Stimmen nur dieser einen Partei geben? Dann könnt Ihr am Wahlsonntag die entsprechende Liste einfach abgeben, ohne dort irgendetwas zu verändern. Bei einem komplett unveränderten Stimmzettel bekommt nämlich jeder dort aufgeführte Kandidat eine Stimme – die Partei also insgesamt 48 Stimmen.

2) Wenn Ihr aber bestimmten Kandidaten mehr als eine Stimme geben und auch Personen von andere Parteien wählen wollt, dann geht das auch. Ihr könnt nämlich einem Kandidaten bis zu 3 Stimmen geben. Dieses „häufeln“ von Stimmen nennen Experten „kumulieren“. Ihr könnt auch Personen von verschiedenen Listen wählen – also bunt durchmischen. Das heißt dann „panaschieren“.

Ihr findet eine Person besonderes gut? Dann schreibt Ihr in das Kästchen hinter dem Kandidaten-Namen eine 1, 2 oder 3 – mit einem X gebt Ihr dem Kandidaten auch 1 Stimme. Die anderen – von Euch nicht gekennzeichneten – Bewerber auf der Liste erhalten dann aber keine Stimme. Wenn Ihr also 2 Kandidaten auf einer Liste beispielsweise jeweils 3 Stimmen gebt, habt Ihr insgesamt 6 Stimmen abgegebenen – und damit 42 Stimmen „verschenkt“. Denn es ist auch möglich weniger Stimmen zu verteilen.

Wenn Ihr mehrere Kandidaten von Partei X wählen, aber auch Kandidaten von der Partei Y Stimmen geben wollt, weil Ihr sie kennt oder gut findet, dann könnt Ihr den Vor- und Nachnamen Eurer Favoriten unter die vorgedruckten Namen der Liste in die freien Zeilen schreiben. Wenn Ihr nur den Vor- und Nachnamen dort hinschreibt, gebt Ihr diesem Kandidat eine Stimme. Wollt Ihr zwei Stimmen geben, müsst Ihr eine 2 schreiben, wollt Ihr drei Stimmen geben, dann eben eine 3. Ihr dürft aber nur Personen wählen, die auf einer der 13 Listen stehen.

Ihr könnt auch mehrere Stimmzettel abgeben, allerdings nur, wenn Ihr diese verändert – also die Stimmenzahlen dort eingetragen habt. Theoretisch könntet Ihr den ganzen Block mit allen 13 Stimmzetteln abgeben, wenn Ihr beispielsweise auf jeder Liste nur drei bis vier Stimmen vergebt. Wichtig: Die Summe der abgegebenen Stimmen darf insgesamt niemals mehr als 48 sein – sonst ist der Stimmzettel ungültig.

„No Gos“ – so wird das nix:

  1. Ihr dürft auf keinen Fall mehr als insgesamt 48 Stimmen abgeben!
  2. Ein einzelner Kandidat darf auf keinen Fall mehr als 3 Stimmen bekommen
  3. Verwendet beim Wählen einzelner Lieblings-Kandidaten am besten nur die Zeichen: X, 1, 2, 3.
  4. Schreibt den Vor- und Nachnamen der Kandidaten richtig.
  5. Eure Stimmzettel könnt Ihr am Sonntag, 25. Mai, von 8 bis 18 Uhr abgeben. Wo, steht auf Eurer Wahlbenachrichtigung, die Euch bereits separat zugeschickt wurde.
  6. Vergesst nicht Euren Personalausweis und Eure Wahlbenachrichtigungskarte mitzubringen.

Ihr habt am Wahlsonntag keine Zeit? Kein Problem! Dann könnt Ihr auch per Post wählen. Die Unterlagen für die Briefwahl könnt Ihr hier online beantragen! Wichtig: Die Briefwahlanträge müssen bis spätestens Freitag, 23. Mai 2014, 18 Uhr, beim Bürgeramt Mitte, Bergheimer Straße 69, eingehen, um noch bearbeitet werden zu können.

Diese 13 Listen könnt Ihr übrigens am 25 Mai wählen: CDU, SPD, Grüne, GAL, FDP, Die Heidelberger, generation.hd, FWV, Heidelberg Pflegen und Erhalten, Die Linke, Bunte Linke Heidelberg, AfD, Piraten.

Hier gibt’s noch weitere spannende Infos zur Kommunalwahl: www.kommunalwahl-bw.de und www.heidelberg.de